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Sonntag, 16. Juli 2006

Biker und Biker

Kategorie: Blog – netandif – 00:07 | 355 mal aufgerufen

Seit ich 15 Jahre alt war, habe ich auf Zweirädern gesessen.
Halt nein, mein erstes Mofa hatte ich schon mit 14 ;-) Es handelte sich um ein Hercules Automatik Mofa in der Farbe Orange. Ok, es war hässlich. Wobei ich selbst das nicht so empfand. Wie auch immer, ich hatte Freude damit, obwohl es kein blaues Standard 2-Gang Herkules Mofa war, dass jeder 2te fuhr.
Danach hatte ich ein Zündapp 3-Gang Mofa mit Sitzbank. Es lief 65 Km/h und man konnte sogar gut zu zweit fahren damit. Ok, das Mofa war zusammengeschustert aus den Teilen von zwei oder drei Fahrzeugen. Aber es lief eben gut, und machte Spass. Niemand anders hatte so ein Mofa.
Danach hatte ich eine Vespa Si, ebenfalls ein Mofa mit Sitzbank. Es lief ebenfalls 65 Km/h und machte auch sehr viel Spass. Alle anderen hatten ein Ciao oder ein Bravo. Aber mal ehrlich: das waren doch windige Schüsseln gegen das Si, welches es auch als 50er gab.
Als mir dann die Freude an meinem schnellen Si durch die Männer in grün verdorben wurde, verkaufte ich es, und besorgte mir wieder ein Si, diesmal in schwarz statt weiss und in langsam. Das Teil lief nur 28Km/h und dabei blieb es auch.

Als ich dann den 80er Schein machte, fuhren alle eine Honda MTX oder Yamaha DT, ich jedoch fuhr eine Herkules Ultra 80. Die sah wie ein richtiges Moped aus und war auch eines, wobei viele sie als hässlich empfanden. Ich nicht. Sie lief 95Km/h ohne auffrisiert zu sein.

Später vergriff ich mich dann doch noch an einer Honda MTX 80. Sie befand sich in einem erbarmungswürdigen Zustand, als ich sie für 700 Mark kaufte. Ich richtete die Maschine her, fuhr 1 1/2 Jahre damit, und verkaufte sie dann wieder für 1100 DM.

MTX80 R

Kurz danach kam ich leihweise in den Genuss einer leicht auffrisierten MT8, welche die luftgekühlte Vorgängerin der MTX80 war. Dieses Teil war eine unglaublich kleine und leichte Geländemaschine, und hatte einen Abzug der für damalige Verhältnisse wirklich sehr viel Spass machte.

Mein erstes Motorrad, nachdem ich dann den 1er Führerschein gemacht hatte, war eine Suzuki DR600. Mann, war dass ein Ackergaul. Ein unkaputtbarer Eintopf. Bis auf hin und wieder kleinen Startschwierigkeiten eine tolle Enduro ohne viel Schnickschnack. Sie hatte im Gegensatz zu der Nachfolgerin DR650 etwas weniger Ballast an Bord und noch die klassische Form einer Enduro. Ein Unikat war diese Maschine ausserdem, da mir ein Händler einmal bestätigte dass es diese Maschine in der vorhandenen farblichen Ausführung so nie zu kaufen gab.

Suzuki DR600

Mein nächstes Bike, dass ich wiederum leihweise für ein paar Monate fuhr, war eine KTM 600 Rotax. Ja, dass war noch die mit dem luftgekühlten Motor. Da tolle an diesem Motor war die Kraftentfaltung. Man hatte den Eindruck, dass die volle PS-Zahl von 1000 bis 6000 U/min linear zur Verfügung stand. Unglaublich dieses Bike. Unkaputtbar und machte einen Heidenspass.

KTM Rotax

Danach wollte ich es wissen, und kaufte mir eine aktuellere KTM, eine 600 LC4. Die Kraftentfaltung und die Sitzposition waren bei diesem Bike etwas anders als bei der Rotax. Aber dennoch eine sehr spassige Maschine.

KTM 600 LC4

Nun war es doch mal an der Zeit, mir eine Strassen-Maschine anzuschauen. Lange Zeit hatte ich mich davor gedrückt, hatte sogar eine gewisse Abneigung gegenüber ‘Joghurtbechern’.
Deshalb fand ich an einer schönen, roten VFR750 Gefallen. Aussegewöhnliche Eigenschaften wie der V-Motor und die Einarm-Schwinge fanden ausserdem mein Interesse.

VFR750 R

Es war ein Einstieg für mich in die Klasse der Strassen-Maschinen. Letztendlich hatte die VFR für ihr Gewicht von 220 Kg aber zu wenig Leistung. Somit hatte ich nicht so viel Freude mit der Maschine. Wenn man ständig den Eindruck hatt, dass sich der Motor ob des hohen Gewichts abquälen muss, macht das keinen Spass. Das traurige Ende der VFR fand dann aufgrund eines zu späten Einlenkens in einem Tunnel statt. Danach hatte ich ersteinmal genug von Motorrädern.

Ca. 2 Jahre später, nach langem Hin- und Her-Überlegen entschied ich mich nun wieder für eine Strassenmaschine. Meine Argumente waren aber: ohne Verkleidung, aufrechte Sitzposition, ordentlich Leistung, robuster Motor.
Eine zum Streetfighter umgebaute CBR900 hatte aufrgrund ihrer Optik dann auch noch das letzte Quentchen Überzeugungskraft für mich parat:

CBR Figher 1

Nun, nachdem ich dieses Bike schon 4 Jahre lang fahre, sprach mich kürzlich jemand darauf an, warum ich keine Leder-Klamotten trage.
Stimmt ja, meine Leder-Klamotten waren damals bei dem Sturz mit der VFR mit draufgegangen, und seitdem fahre ich nun wieder mit meiner Enduro-Jacke.

Was für ein Biker bin ich?

- Massive Bescheunigung finde ich wichter als extrem hohe Geschwindigkeit.
- Ich liebe Kurven. Hineinlegen und Herausbeschleunigen ist einfach geil.
- Schwitzen tu ich nicht gerne. Obwohl ich natürlich zugeben muss dass enge Lederklamotten einen gewissen aerodynamischen Vorteil bringen.
- Auf geraden Strecken sinnlos aufreissen hasse ich - ausser wenn es darum geht, auf’s Hinterrad zu kommen ;-)
- Ausserdem fahre ich auch gerne mal gemütlich - will ja auch was von der Landschaft sehen.

Man konnte mich noch nie in irgendein Schema hineinzwängen…

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