Hier nocheinmal ein paar Gedanken und Fakten bezüglich LCD-Bildschirmen im Breitbild-Format.
Monitore im Breitbild-Format, oft auch fälschlicherweise als ‘Breitleinwand‘-Format bezeichnet, sind zur Zeit immer stärker am Markt vertreten. Das hat sicher mit der steigenden Popularität der Alternative zum Standard-4:3-Format zu tun. Komisch, dass diese Entwicklung nicht schon früher da war. Das Problem kennt man ja schon sehr lange: Kino/DVD-Filme die man auf dem heimischen Fernseher betrachtet, haben oben und unten diese schwarzen Balken, und die Höhe des sichtbaren Bildes ist sehr eingeschränkt.
Doch trotzdem hat sich das 16:9 Format bei den Fernsehgeräten nie wirklich durchgesetzt, bzw. war sehr hochpreisig angesiedelt und deswegen wenig verbreitet. Letztendlich war man sich aber schon lange der Tatsache bewusst, dass das 4:3 Format unzureichend ist.
Erst mit der mittlerweile überwiegenden Verbreitung von LCD-Fernsehern hat das Format vollends Einzug in den Unterhaltungs-Markt genommen.
Leider wurden die Bildformat-Standards bereits zu einer Zeit festgelegt, als LCD-TVs noch nicht mal annähernd in Sichtweite waren. Somit wurde für die HD-Ready Spezifikation eine Mindestauflösung von 720 Zeilen definiert. Die volle HD-Auflösung von 1080 Zeilen musste nicht ‘nativ’ vorhanden sein, aber entgegengenommen werden können. Das heisst, das diese Geräte per Interpolation von 2 Halbbildern das volle Format darstellen müssen. Die Qualität der hierbei verwendeten Interpolations-Elektronik variiert stark.
Der PC-LCD-Bildschirm, der mit diesen Formaten eigentlich nichts zu tun hat, ist mittlerweile aber auch schon eine Zeitlang mit unterstützten Bild-Formaten erhältlich, die es ermöglichen Video 16:9 bzw. 16:10 - formatig darzustellen.
Bei den verwendeten 16:10 Formaten sieht es folgendermassen aus:
- 1280×768
- 1680×1050
- 1920×1200
Demgegenüber hier die üblichen 16:9 Auflösungen bei LCD-TVs:
- 1366×768
- 1920×1080
Die Preise sehen z.Z. so aus, dass man 32″ LCD-TVs mit der Aulösung von 1366×768 Pixeln ab ca. 500€ bekommt.
Ab einem Betrag von ca. 1000€ ist man mit der vollen HD-Auflösung bei einem 82cm Gerät dabei.
PC-Monitore mit 22″ und der Auflösung von 1680×1050 Bildpunkten liegen so ca. bei 300-400€, während 21″ Breitbild-LCDs und normale 4:3 LCDs ab 20″ seltsamerweise stärker zu Buche schlagen.
Somit kann man sagen, dass 22″ Bildschirme im Breitbild-Format derzeit als Schnäppchen gelten könnten.
Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich hier aber auch hier schon wieder ein paar Problematiken:
- unterschiedliche Auflösungen
Das Format 1680×1050 ist kein übliches Format bei PC-Grafikkarten. Die Entsprechung im 4:3 Format wäre 1600×1200.
Jedoch unterstützen neuere Grafikkarten etliche Bildschirm-Modi, darunter auch 16:10 und 16:9-Formate sowie deren Zwischenwerte.
Beispiele: 1280×800, 1280×768, 1280×720, 1360×768, 1600×900, 1600×1024, 1920×1200
Da man an eine PC-Monitor keinen DVD-Player oder Digital-TV Reciever anschliessen kann, hat man hier nicht das Problem.
Software DVD- und Movie-Player strecken das Bild mithilfe der Hardware-Funktionen der Grafikkarte mit hoher Qualität auf die richtige Grösse.
Ein Problem kann man jedoch dennoch bekommen: bei PC-Spielen, die keine Breitbild-Auflösung unterstützen muss das Bild entweder in die Breite gezogen werden, oder man hat links und rechts schwarze Balken. Für meinen Begriff wären die Balken noch akzeptabel, aber leider strecken die meisten LCDs das Bild in die Breite, ohne Möglichkeit dieses Verhalten zu beeinflussen. Das finde ich sehr schade. Ich habe im 22″-Bereich lediglich 2 Geräte entdeckt, die mit einem etwas flexibleren Interpolations-Verhalten aufwarten können.
- TN-Panels
Diese preisgünstige Variante der Technik für LCD-Displays wurde entwickelt, um schnelle Reaktionszeiten zu erreichen. Jedoch leidet hierbei konstruktionsbedingt die Farb- und Helligkeits-Stabilität sowie der Blickwinkel.
Leider sind in den meisten am Markt befindlichen ‘günstigen’ LCD-Monitore TN-Panels verbaut.
- Die effektive Bildhöhe bei 22″ Widescreen-LCDs ist nicht viel grösser als die eines 17″ 4:3 LCD Bildschirms. Natürlich hat man insgesamt mehr Bildfläche, aber um wirklich ein entscheiden grösseres Bild als das eines 19″ 4:3 Gerätes zu haben, müsste man schon fast zu 24″ übergehen. Und da sieht es momentan noch um einiges teurer aus, so dass der Preis schon wieder im Bereich grosser LCD-Fernseher mit voller HD-Auflösung liegt.
Fazit: Trotz der grossen Auswahl muss ich leider zu dem Schluss kommen, dass ich derzeit (bis auf 2 Geräte, Fujitsu-Siemens 22″ und Viewsonic 20″) keine wirkliche Kaufempfehlung unterhalb von 500 € geben kann. Zwischen 600 und 900 € siehts dann schon besser aus, bei TV-Geräten muss man da noch mit niedrigen HD-Auflösung leben, was sie als PC-Monitor uninteressant macht.
Richtig spannend wird’s ab ca. 1000€, wo man dann die Qual der Wahl zwischen guten 26″/27″ PC-LCDs und 27-32″ LCD-Fernsehern mit voller HD-Auflösung hat.
Der Begriff ‘Breitleinwand’ ist eine verbreitete, willkürliche Bezeichnung und weder genormt noch standardisiert. Die Übersetzung des englischen Wortes ‘Widescreen‘ lautet ‘Breitbild’.