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Dienstag, 17. April 2007

Windows vom Netz booten

Category: Software – netandif – 21:36 | 597 mal aufgerufen

Seit einiger Zeit experimentiere ich ein bisschen mit dem Thema ‘Windows Live Boot’ herum. Bis jetzt habe ich mit der Hilfe von ‘BartPE‘ einige Live-CDs gebastelt, die diverse Admin-Tools beeinhalten. Es ist äusserst praktisch, einen Rechner von CD zu starten und z.B. nach Viren zu scannen oder Festplatten zu klonen usw.
Im nächsten Schritt habe ich dann einen bootfähigen USB-Stick erstellt, der die gleiche Funktion erfüllt nur halt etwas schneller lädt. Leider unterstützen nicht alle PCs den Boot von USB-Geräten (ja, es sind heute leider immer noch solche alten Krücken im Einsatz). Der Vorteil bei der USB-Variante ist, dass man extrem viel Software mit draufpacken kann (sofern die Kapazität des USB-Sticks ausreicht). Mittlerweile gibt es Sticks mit 4 oder 8 GB, feine Sache!

In diesem Zusammenhang habe ich die Möglichkeit (wieder-) entdeckt, einen Rechner vom Netz booten zu können, und zwar via PXE.
Gut, es gibt zum Glück How-To’s die beschreiben wie man eine BartPE Konfiguration via PXE zum Laufen bekommt.
Eine feine Sache ist es auch, einen ThinClient über das Netz zu starten, oder ein DOS oder Linux...

Mit der Hilfe von PXE- und TFTP-Diensten, sowie der Software pxelinux habe ich das Booten diverser ‘Images’ dann auch recht zügig zum Laufen gebracht.

Folgendes kann ich nun über’s Netz booten:

- BartPE (ISO, wird nach wie vor ins RAM geladen, deshalb habe ich eine 185MB kleine Version erstellt)
- Win98 DOS Prompt (Floppy-Image)
- Damn Small Linux (59MB ISO)
- Vista Pre Installation Environment
- Ghost Network Boot Disk (Floppy-Image)
- 2X ThinClientOS (Linux-basierte, verwaltete Remotedesktop-Umgebung)

BartPE via PXE war wie gesagt aufgrund der verfügbaren Anleitungen recht einfach zu realisieren.
Floppy-Images sind mit pxelinux überhaupt kein Problem.
Auch die Linux-ISO lies sich recht gut einbinden.
Bei Vista PE wurde es schon komplizierter, unter anderem mussten einige Kommandozeilen-Befehle aus einen laufenden PE-System heraus ausgeführt werden, um an die nötigen Boot-Files zu kommen, sowie das Windows AIK zum Erstellen des Images installiert werden.

Nun bin ich auf eine weitere Variante der Implementierung von Boot-Images gestossen: das SDI-Format.
Hierbei handelt es sich um Partitions-Abbilder, die auch schreibenden Zugriff ermöglichen. Ausserdem können sie kleiner gehalten werden können als ISO Images.
Allerdings ist fraglich, ob schreibender Zugriff eigentlich wirklich so sinnvoll ist. In diesem Fall müsste man ja wieder für jeden Benutzer ein eigenes Image bereitstellen. Vielleicht ist es besser, über den Netzwerk-Boot lediglich eine rudimentäre Umgebung bereitzustellen, Benutzer-Dateien können ja z.B. auf Netzlaufwerken abgelegt werden. Auch das komplette Arbeiten über Terminaldienste-Sitzungen ist eine interessante Sache.
Für administrative Tätigkeiten braucht man eigentlich auch keinen schreibenden Zugriff auf das Systemlaufwerk.

Dennoch: die Sache mit den SDI-Files ist schon noch interessant, allein um zu sehen dass es funktioniert: ein PC dessen Betriebssystem aus dem Netz bootet und dann komplett im RAM läuft, inkl Installation von Software usw.
Eigentlich schon ein bisschen krass das ganze, oder ;-)

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