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Mittwoch, 21. November 2007

Rosenkranz-Gebet

Kategorie: Blog – netandif – 21:30 | 353 mal aufgerufen

Bei der Beisetzung eines leider kürzlich verunglückten Bekannten war ich auch beim zuvor abgehaltenen Gottesdienst anwesend, bei dem ein Rosenkranz-Gebet vollzogen wurde. Da mich diese Zeremonie in gewisser Weise beeindruckt hat (die Konsequenz mit der sie durchgeführt wurde) habe ich mich mal ein wenig schlau darüber gemacht.

Beim Rosenkranz-Gebet handelt es sich um eine katholische Tradition, deren Entstehung bis ins 1000e Jahrhundert zurückgeht. Der Brauch besteht aus wiederholtem Aufsagen (früher bis zu 150 Mal, heute 15 Mal) des Ave Maria, des Vater Unser, und ‘Ehre sei dem Vater’.
Das Vater Unser ist das Mustergebet, welches Jesus auf dem Ölberg der Menge als Beispiel für ein Gebet mitteilte. Die katholische Kirche besteht bis heute darauf, dieses Gebet wortgetreu auszusprechen. ‘Muster’ bedeutet aber ‘im Sinne von’ und nicht wörtlich.
Das Ave Maria begründet sich auf 2 Bibeltexte (Luk. 1:28, Luk. 1:42) sowie einem im 13.Jahrhundert hinzugefügten Bitt-Text, der den Beistand in der Todesstunde beiinhaltet.
Die 2 Bibeltexte sagen im Prinzip aus, dass Maria den Sohn Gottes gebären wird und deshalb ihr Leib gesegnet ist. Es wird in der Bibel kein einziges Mal erwähnt, dass Maria deshalb die ‘Mutter Gottes’ genannt werden soll oder ihr praktisch anbetungsgleiche Ehre zuteil werden soll.
‘Ehre sei dem Vater’ ist eine sogenannte ‘Doxologie’, d.h. eine Lobpreisung Gottes. Der Name kommt vom griechischen Ausdruck für “Ehre” ["dóxa"], was soviel bedeutet wie “Preis” und “Ehre”.

Das Rosenkranz-Gebet ist also eine Kombination aus verschiedenen Gebets-Formen, die allesamt kirchlicher Prägung unterliegen und deren Durchführung keine große biblische Begründung aufweist. Der Vorgang wird von den üblichen katholischen Mess-Zermonien begleitet (Glocken, Weihrauch, Administranten).

Der Tenor bei der Anwendung des Rosenkranz-Gebetes zum Anlass einer Beisetzung oder Beerdigung ist wohl, dass der Meinung der katholischen Kirche nach der Verstorbene von Gott ‘gerufen’ und vom Dunklen ins ‘Licht’ geführt wird. Die ‘Dreifaltigkeit’ Gottes wird um den Segen für den Verstorbenen gebeten, und die Heiligen um Fürbitte.

1 Kommentar »

  1. Ja das war recht beindruckend!!

    Comment von Red — Samstag, 24. November 2007 @ 01:07

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