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Freitag, 22. Februar 2008

Sync von Nokia E61 und Evolution per USB unter Linux

Kategorie: Linux – netandif – 00:39 | 3,838 mal aufgerufen

Ein Thema, das mich schon einmal eine Zeitlang beschäftigte. Wie synchronisiere ich mein Nokia E61 per USB mit dem Programm Evolution?
Damals unter PCLinux OS, basierend auf Mandrake und Kernel 2.6.18, scheiterte dieses Unterfangen.
Mein damaliges Haupt-Problem war, das nach dem Anschließen des Nokia E61 sich der komplette USB-Stack dieses Linux-Systems verabschiedete. Ein USB-Bug im Kernel war die Ursache.
Vielleicht wäre ich nach einem Kernel-Upgrade weiter gekommen, aber auch dann wäre der Weg noch steinig genug gewesen. Ich hatte damals einfach keine Lust mehr.
Was mich sogar dazu brachte, wieder zurück zu Windows XP und der Nokia PC Suite zu gehen.

Nun, bei einem erneuten Versuch, diesmal unter Ubuntu Gutsy, ist das Kernel-Problem nicht mehr vorhanden.
Hier leistet die Version 2.6.22 ihre Dienste.

Schon damals unter PCLinux OS bin ich aber zu dem Schluss gekommen dass ein Syncen des Nokia E61 mit Evolution per USB möglich sein muss. Einige Funde per Google deuteten bereits darauf hin.
Die meisten Anleitungen beschreiben allerdings den Weg per Bluetooth.
Dennoch konnte ich einige Informationen zusammentragen, und bin nun letztendlich auf den richtigen Weg gekommen.

Involviert in dem ganzen Prozess ist folgende Software:

- das Synchronisations-Framework ‘opensync’
- die SyncML Protokoll-Bibliothek ’syncml’
- die WBXML Parsing und Encoding Bibliothek ‘wbxml2′
- das Synchronisations-Tool ‘multisync’
- natürlich das Email-Programm Evolution
- und ein multisync-Plugin für Evolution

Folgende Pakete müssen also installiert sein (teilweise aufgrund von Abhängigkeiten automatisch):

- libopensync0
- multisync
- multisync0.90
- multisync-tools
- opensync-plugin-evolution
- opensync-plugin-syncml
- libsyncml0
- libsyncml-utils
- libmultisync-plugin-evolution
- libwbxml2-0

Der Zugriff auf das USB-Device ist leider derzeit standardmäßig auch unter Ubuntu Gutsy nur mit root-Rechten möglich.
Dies zeigt sich bei Eingabe folgenden Befehls als normaler User:

syncml-obex-client -u

Die Ausgabe:

Superuser privileges are required to access complete USB information.

Da wir aber nicht als root arbeiten wollen, muss eine Lösung hierfür gefunden werden.
Zunächst in einem Terminal den Befehl ‘lsusb’ ausführen.
In meinem Fall ergibt das folgende Ausgabe:

lsusb Nokia E61

Mit diesen Informationen kann das Problem umgangen werden. Hierzu müssen die udev rules bearbeitet werden:

sudo gedit /etc/udev/rules.d/40-permissions.rules

Dazu werden die Vendor und die Product ID, wie zuvor mit lsusb ermittelt, benötigt.
Im Falle meines Nokia E61 lautet der Eintrag also folgendermaßen:

udev Rule
Der Username ‘netandif’ muss natürlich durch den entsprechend vorhandenen ersetzt werden.

Danach sollten die udev-Rules neu eingelesen werden mit:

sudo udevcontrol reload_rules

Jetzt hat man auch als User die Möglichkeit, auf das USB-Device zuzugreifen.
Die Eingabe von syncml-obex-client -u ergibt nun folgendes:

SyncML

Nun ist es an der Zeit, das Sync-Tool einzurichten.
Dazu zunächst in einem Terminal folgendes eingeben:

msynctool --addgroup nokia
msynctool --addmember nokia syncml-obex-client
msynctool --addmember nokia evo2-sync

Wenn dabei keinerlei Meldungen erscheinen, hat es geklappt.

Danach müssen die beiden Member der Sync-Gruppe konfiguriert werden.
Dies kann entweder über die später beschriebenen grafischen Oberflächen, oder aber per direkter Bearbeitung der Konfigurationsdateien in der Konsole durchgeführt werden:

msynctool --configure nokia 1

msynctool Nokia

msynctool --configure nokia 2

msynctool Nokia

In diesem Fall ist der wichtigste Part die Konfiguration von Member 1, nämlich dem syncml-obex-client.
Die relevanten Parameter:
- interface: die Nummer des Interface mit der Beschreibung SYNCML-SYNC, die mit syncml-obex-client -u ermittelt wurde. Im Normalfall ist es die 0
- identifier: Hier muss in jedem Fall ‘PC Suite’ stehen, sonst wird der Connect vom Telefon abgelehnt
- wbxml: muss auf 1 stehen, sonst bricht die Kommunikation mit dem Telefon bereits am Anfang ab
- username und password ist im Normalfall leer, ausser im Telefon wurden diese eingerichtet
- type: 5 für USB
- recvLimit: der Wert muss auf jeden Fall erhöht werden. ‘0′ Funktioniert nicht
- Contact_db: Beim E61 lautet der Name ‘Contacts’

Auf Basis dieser Einstellungen kann man nun in freudiger Hoffnung das MultiSync GUI öffnen:

multisync0.90

Bzw. im Menü unter Zubehör ‘Multisync-quad’ aufrufen.

multisync0.90 multisync0.90

Wenn alles geklappt hat, kann man nun unter Ubuntu Gutsy sein Nokia E61 mit den Evolution-Daten syncen…

Hinweis: ich habe mich bisher auf die Synchronisation der Kontakte beschränkt.
Es sollte aber auch mit dem Kalender möglich sein.
Das Syncen der Notizen wird vom Evolution Plugin leider nicht unterstützt.

Update: als Alternative zum MultiSync GUI kann auch das Programm ‘KitchenSync’ verwendet werden, welches eigentlich aus KDE stammt, aber auch unter Gnome läuft:

KitchenSync KitchenSync

Noch ein Hinweis (danke an Malte Christiansen):
Am Handy selbst muss noch unter ‘Verbindungen’ -> ‘Datenkabel’ der Modus ‘PC Suite’ eingestellt sein.

Sonntag, 10. Februar 2008

Biker-Glück

Kategorie: Blog – netandif – 20:45 | 222 mal aufgerufen

Klar, das Moped will bewegt werden, und das Wetter sagt einem: ‘Geh raus’.
Somit habe ich heute meine erste Runde in 2008 gedreht.
Gut, klarer Himmel und Sonne steht hoch. Ok, wetteronline.de sagt 5 Grad. Klingt nicht besonders warm, aber trotzdem.
Mopedklamotten rausgeholt, kurze Überlegung: Futter in die Jacke rein? Lange Unterhose? Meine Vernunft sagte Ja! Ein Motorradhändler sagte mal zu mir: ‘Dieses Futter brauchst Du eigentlich das ganze Jahr nicht. Ausser Du fährst im tiefsten Winter’. Gut, tiefster Winter muss ja nicht gleich Schnee und Matsch bedeuten. Aber 5 Grad sagen schon was aus. Also Futter rein und lange Unterhose an.
Das war gut so.
Nach einer halben Stunde Fahrt dachte ich mir noch: oh, kein Problem. Es ist zwar kalt, aber da hab ich schon schlimmeres erlebt. Z.B. bin ich mal bei -14 Grad mit der 80er gefahren. Ok, da war ich nicht mit über 100 Km/h unterwegs. Aber eben…
Nach ca. 1 Stunde überlegte ich schon langsam, mal eine Aufwärmpause einzulegen. Aber andererseits: wie lange müsste man rumstehenderweise Pause machen, um die Finger- und Zehspitzen wieder aufzuwärmen?
Da fahr ich lieber noch etwas zügiger, um schneller zuhause zu sein. Ab da fing ich dann doch an, Autos auf der Landstrasse zu überholen. Witziges Gefühl wenn man vergisst, den Blinker wieder rauszunehmen und die Autos vor einem alle vom Gas gehen um einen vorbeizulassen.
Nach 1 1/2 Stunden wollte ich nur noch nach Hause. Die letzten Reserven der Kälte-Isolierungs-Fähigkeit meiner Klamotten reichten nicht mehr aus, um meine Finger vor dem Steifwerden zu schützen, und ich begann an den Oberschenkel zu frieren.
Als ich dann das Ortsschild Haunstetten passierte, und ich quasi schon daheim war, nahm die Maschine plötzlich kein Gas mehr an. Ok, Benzinhahn betätigt um auf Reserve zu schalten. Es ging allerdings nur kurz weiter, denn ich war wohl schon zuvor auf Reserve.
Ok, rechts rangefahren und den Tankinhalt begutachtet: leer. Was für eine Ironie!

Dann schob ich die Maschine die letzten 500m bis zur Garage.

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