Jetzt suche ich schon seit einigen Wochen nach der optimalen Soundkarte, die mir unter Linux (ALSA Treiber) bestimmte Features bieten sollte, auf die ich gleich eingehen werde.
Folgendes Szenario:
An die Karte soll ein Paar Aktivboxen älterer Bauart (Grundig Super HIFI Aktiv-Box 20) direkt angeschlossen werden.
Die Master-Lautstärke, die an die Aktivboxen ausgegeben wird, regelt man über das ALSA Master Mixer Control, welches per Fernbedienung (lirc) angesteuert werden kann.
Sprich, man spart sich jeglichen Verstärker und kann somit die Gesamtlautstärke des Systems per Fernbedienung steuern. Das funktioniert auch soweit.
Nun ist es ein Unding, dass die meisten Soundkarten nur per 3.5mm Miniklinke mit der Aussenwelt kommunizieren können (abgesehen von digitalen Ausgängen, die aber wiederum nicht regelbar sind).
Hier kommen also diese Adapter von Klinke auf Cinch zum Tragen, mit denen jedoch eine Signalverschlechterung sowie die Tatsache des Platzproblems bezüglich der Abstände der Klinkenbuchsen einhergeht.
Desweiteren kommt hier zum Tragen, dass die meisten Soundkarten, die mit diesen Miniklinken Ausgängen versehen sind, nicht wirklich audiophil sind, sprich, deren Signal-Rauschabstand sowie Klirrfaktor ist eigentlich nicht wirklich hochwertig.
Desweiteren soll die Karte Hardware-Mixing können, also ohne weitere Software in der Lage sein, mehrere Soundquellen gleichzeitig auszugeben.
Ausserdem wäre es schön, wenn die Karte ein zweites Ausgangs-Paar besitzen würde, um bei Bedarf ein weiteres Paar Lautsprecher ansteuern zu können (‘duplicate front’. Beispiel: ein Paar im Wohnzimmer, ein weiteres im Schlafzimmer. Das Ausgangssignal soll also auf beide Ausgänge dupliziert werden können.
Ein weiterer Faktor ist, dass die Karte einen analogen Line-Eingang besitzen soll, was ja in der Regel gegeben ist. Dieser sollte aber ebenfalls in Form von Cinch Anschlüssen vorhanden sein, um Geräte wie externe Mischpulte oder Tape-Decks usw. ohne Umwege anschliessen zu können.
Dazu kommt dann noch der Bedarf eines optischen S/PDIF Eingangs, zum Abgreifen des Digital-Anschlusses einer Spielkonsole oder eines digitalen Abspielgeräts wie z.B. DVD- oder MD-Player.
So, das war’s schon
So sieht das Szenario also aus.
Nochmal die Anforderungen zusammengefasst:
- Line-Ausgang in Form von Cinch-Buchsen
- zweiter Line-Ausgang, der bei Bedarf dasselbe Signal wie der erste liefert
- Line-Eingang in Form von Cinch-Buchsen
- Hardware-Mixer
- S/PDIF Eingang
Leider stösst man hier auf etliche Probleme.
Die besten Ergebnisse, was die technischen Möglichkeiten angeht, hatte ich bisher mit 2 Terratec-Soundkarten: DMX XFire 1024 (leider keinen optischen Eingang) und SixPack 5.1 (leider keine Duplizierung auf den 2ten Line-Ausgang, dies kann nur per Software-Routing erreicht werden, was CPU-Last kostet)
Beide Karten unterstützen dafür allerdings Hardware-Mixing.
In Betracht kommen dann noch diverse Creative-Karten, wie z.B. die Audigy und Live-Serie. Diese besitzen aber keine optischen Eingänge, und die Line-Anschlüsse sind natürlich wieder als 3.5mm Miniklinken ausgeführt.
Dann gibt es noch diverse semi-professionelle Audiokarten mit Cinch-Anschlüssen, wie die Midiman Audiophile 24/96 (kein Hardware-Mixer Support), Echo Mia (kein optischer Eingang, nur 1 Cinch Ausgangs-Paar), Terratec EWX 24/96 (kein Hardware-Mixer Support) usw.
Selbst die Platinum-Varianten der Creative Audigy-Karten, welche eine Breakout-Box mit etlichen Anschlüssen beeinhalten, besitzen leider keine Cinch-Ausgänge, dafür aber Hardware-Mixer Support und optische S/PDIF Anschlüsse.
Fazit: Es ist also ziemlich verzwickt. Ich glaube die Karte die ich suche, gibt es leider noch nicht.
hi andi,
doch doch, da musst du nur mal professionelle Systeme ankucken, dann halt meist extern laufen, kuck doch mal nach, ok. semiprofi, m-audio, motu, digidesign. Da wirst auf jeden Fall fündig. Ich selbst betreibe, zwar eher im Studio aber immerhin, eine Motu HD896, eine Hercules FireWire 16/12 (wird leider nicht mehr produziert, war super und vor allem preiswert), ne M-Audio Firewire irgendwas und noch n Digidesign I/O. Ja, ich weiß, das hört sich angebermäßig an, aber ich hab halt oft keinen Bock das Zeug durch die Gegend zu schleppen, so lass ich hier was und da was..
Ach ja, meist sind solche Ansprüche halt auch etwas teurer..
schöne Grüße - alex
Kommentar by alex — Samstag, 5. Juli 2008 @ 13:22
Hm, leider läuft keines der von Dir genannten Interfaces unter Linux. Oder besser gesagt, keiner der erwähnten Hersteller supportet die Entwicklung von Linux-Treibern für deren Firewire-Interfaces in irgendeiner Form.
Unter Windows oder OS/X magst Du recht haben, dass diese Interfaces zum Musizieren tauglich sind.
Ausserdem brauche ich die von mir beschriebene Lösung ja nicht zum Musikmachen (dafür habe ich meinen Windows-Rechner mit einer SoundTrak AudioDSP 24 Karte), sondern als Multimedia-Zentrale für den Wohnzimmer-PC, der unter Linux läuft...
Am ehesten würde da noch, wie gesagt, eine Karte der Creative Audigy Serie mit externer Breakout-Box taugen.
Also leider leicht am Thema vorbei, aber trotzdem danke für Deinen Kommentar, Alex.
Kommentar by NetAndif — Samstag, 5. Juli 2008 @ 22:53
Hast du schon die optimale Soundkarte gefunden?
Kommentar by Fritzi — Freitag, 7. November 2008 @ 13:22
@Fritzi: ja, ich habe mir eine Creative Audigy 2 Value geholt. Diese bietet den genannten Hardware-Mixer unter Linux, sowie einen SPDIF-Eingang über die als Zubehör erhältliche Digitial-I/O-Box. Die Duplizierung auf ein zweites Ausgangs-Paar unterstützt die Karte leider nicht, weshalb hier noch eine 2te Karte von Terratec herhalten musste. Die softwaremässige Duplizierung per ALSA bringt zwar eine leichte Verzögerung mit, welche aber minimal ist. Cinch-Anschlüsse hat die Karte auch nicht, aber mit hochwertigen Adaptern kann man damit leben.
Das tolle an der Karte ist einfach der spitzenmässige Klang (kommt sogar besser als meine alte ‘High-End’ Vorstufe), sowie die gute Linux-Kompatibilität.
Kommentar by netandif — Freitag, 7. November 2008 @ 19:06