Ich bekam mal wieder einen Anflug von Nostalgie, als ich durch’s Web stöberte und auf ein paar Webseiten über ‘old Computers’ stieß.
Da fielen mir doch wieder die Anfänge ein, die ganzen Home-Computer die ich besaß bzw. mit denen ich mich beschäftigte. Ob sie nun bei mir zu Hause standen, oder in der Schule - ich verbrachte etliche Stunden mit den Dingern.
Anfang der 80er Jahre konnte man einen großen Hype in der Home-Computer-Szene feststellen.
Alles fing für mich mit einem Sinclair ZX-81 an, der im originalen Zustand noch recht begrenzte Grafik- und Soundfähigkeiten besaß. Technische Daten: 3.5 Mhz, 1 KB Ram

Das war meine erste Berührung mit Computern. Mein Cousin hatte einen ZX-81 umgebaut und modifiziert. Darauf liefen dann diverse Spiele, ich kann mich noch genau an DonkeyKong erinnern, das wirklich gut rüberkam (farbig und mit ganz passablem Sound).
Weiter ging es dann im Informatik-Unterricht der Realschule, als ich es mit den Urvätern des PCs zu tun bekam.
Die CBM Serie von Commodore. Wir hatten in der Schule irgendwas um 10 Stück CBM4016, und einen 8032. Bei den Teilen war alles aus einem Guss. Das Bild war monochrom, grün auf schwarz (dunkelgrün). Die Computer waren mit Basic bestückt, und besassen einen Lautsprecher, der einen Signalton beherrschte. Dieser konnte mittels dem magischen SYS Befehl manipuliert werden. Genauer gesagt, der Piep Ton bestand aus einer kleinen Melodie, die mittels Sys-Befehl extrem langsam abgespielt werden konnte. War ein krasser Effekt, wenn 10 CBMs das gleichzeitig machen...
Technische Daten: 1 MHz, 16 KB RAM

Meinen ersten eigenen Computer bekam ich dann ca. 1984, mit 12 Jahren oder so. Es war ein Laser 210, auch ein ziemlich kleines Gerät mit Gummi-Tastatur, 8 Farben und 1-Kanal Beep-Sound. Das Basic war ein erweitertes MS Basic, welches ein paar tolle Befehle wie ‘color’ und ‘sound’ beherrschte. Damit konnte man sogar recht nette Programme schreiben
Technische Daten: 3.58 MHz, 6 KB RAM

Mitte der 80er erschienen dann etliche Home-Computer auf dem Markt. Unter anderem von Commodore, Atari, Schneider und Sinclair. Am weitesten verbreitet waren zu der Zeit: Atari 800XL, Commodore VIC-20, Schneider CPC-464 und Sinclair ZX Spectrum. Dann gab es noch den Tandy TRS-80 und etliche, unbekanntere Geräte.
Jedoch hat sich dann eindeutig der Commodore C-64 durchgesetzt, der Nachfolger des VIC-20. Für diesen Computer, der auch liebevoll ‘Brotkiste’ genannt wurde, gab es Software ohne Ende, vor allem Spiele. Auch das Floppy Laufwerk 1541 ist ein nie vergessener Klassiker. Auf eine Diskette passten teilweise etliche Spiele. Ein reger Tausch fand statt. Der C-64 war der Home-Computer schlechthin. Technische Daten: 0.985 MHz, 64 KB RAM

Allerdings besass ich nie selber einen C-64. Ich hatte mir einen C-116 zugelegt. Das war einerseits ein etwas moderneres Gerät als der C-64 (erweitertes BASIC). Ich fand die Optik sehr schick, und es machte Spass mit dem BASIC kleinere Spiele zu programmieren. Der C-116 hatte eine Gummitastatur, während der C-16 vom Gehäuse her identisch mit dem C-64 war, nur eben andere Farben. Technische Daten: 1.76 MHz, 16 KB RAM


Etwas später, als der C-64 bereits Marktführer war, fanden die ersten Computer der MSX-Gattung nach Europa: Sony Hit-Bit, Philips VGXXX, Sanyo MPC-64 usw.
Zu der Zeit gabe es bereits Computerabteilungen in den großen Kaufhäusern, und dort hielten wir uns oft nach der Schule auf, und testeten die Home-Computer an. Die MSX Geräte waren durchaus faszinierend, denn sie besaßen Slots für Game-Cartdridges und es erschienen nach und nach immer mehr Spiele für die Plattform. Ausserdem konnte man mit dem BASIC rechte nette Sachen anstellen, unter anderem gab es einfache Befehle zur Sprite-Erstellung und Sounderzeugung.
In meinem Bekanntenkreis hatten einige einen MSX, ich selber kaufte mir den Sanyo MPX-64.
Technische Daten: 3.58 MHz, 64 KB RAM

Das besondere an dem Gerät: vollwertige Tastatur, Reset-Taster, sowie 2 integrierte Cartridge-Slots
Mit dem MPC-64 beschäftigte ich mich lange Zeit, und schrieb auch ein paar richtige kleine Spiele (z.B. ein Jump’nR Run Spiel und ein PacMan-artiges Spiel)
Bildquellen: http://www.homecomputer.de, http://www.old-computers.com
Für MSX gab es zwar nicht ganz so viel Software wie für den Commodore C64, aber die Qualität der Programme war sehr ordentlich.
Bald danach erschienen die neuen MSX-2 Computer. Vor allem Philips hatte in diesem Bereich die Nase vorn.
Meine Home-Computer Zeit endete aber an diesem Punkt. Der Sanyo MPC-64 war mein letztes Gerät der Home-Computer Klasse. Ich übersprang die folgenden ‘Knaller’: die Atari ST Serie sowie den Commodore Amiga.
Erst Anfang der 90er stieg ich wieder in die Computerwelt ein, dann aber mit meinem ersten PC.
Meine erste Berührung mit der PC-Welt hatte ich aber bereits Mitte der 80er, als im Informatikraum der Realschule plötzlich ein 8086er stand. Das Gerät hatte einen Schwarz-Weiss Bildschirm und ein eingebautes Floppy-Laufwerk. Ich weiß nicht mehr genau was für ein Betriebssystem da lief, aber es war die erste grafische Oberfläche mit Mausunterstützung, die ich gesehen hatte. Es war noch kein Windows - GEM vielleicht? Ich weiß es leider nicht mehr.
Der Umgang mit der Maus war mir aber zu Anfang nicht sehr sympathisch, ich kam überhaupt nicht damit zurecht und hakte das Thema recht schnell wieder ab. Obwohl es durchaus Spaß machte, mit der Maus ein Malprogramm zu bedienen, auch wenn nichts wirklich sinnvolles dabei raus kam...
In der Lehre, das war ca. 1990, hatten wir ein paar Wochen EDV-Unterricht und es kamen dort bereits PCs zum Einsatz. Es dürfte sich um 80286 Systeme von NCR oder AT&T gehandelt haben, genau weiss ich es nicht mehr. Auch an das verwendete Betriebssystem kann ich mich nicht mehr erinnern. Auf jeden Fall war auf den PCs die Lotus-123 Software Suite installiert, das erste Office-Paket das nicht unter DOS lief, sondern unter einer grafischen Oberfläche mit Maus-Bedienung. Soweit ich mich erinnern kann, konnte man damals schon recht vernünftig arbeiten. Die Bilddarstellung war sogar schon in Farbe, vermutlich waren es CGA-Farbbildschirme.
Den ersten eigenen PC hatte ich erst Mitte der 90er, als ich über ein Tauschgeschäft an einen 386er geriet. Der PC hatte eine 40 MB Festplatte und 4 MB RAM. Später rüstete ich das 40 MHz System noch mit einem mathematischen Co-Prozessor, einer zusätzlichen 120 MB Festplatte und weiteren 4 MB RAM aus. Als Grafikkarte war eine TSENG ET-4000 eingebaut, welche bereits 1 MB RAM besaß und 256 Farben unterstützte. Das Betriebssystem war MSDOS 5.0, und als grafischer Aufsatz wurde Windows 3.1 benutzt. Die Hauptsächliche Verwendung war für DOS-Spiele (Doom, Wolfenstein, Pinball usw.). Unter Windows wurde eigentlich fast nichts gemacht, da es ausser dem Office Paket noch nicht viel Sinnvolles an Software gab. Zu der Zeit war auch OS/2 Warp sehr beliebt. Damit konnte man unter demselben Betriebssystem Anwendungen für DOS, Windows 3.1 und OS/2 ausführen. Das DOS war aber nur emuliert, Spielen musste man also immer noch in einem exklusiven DOS-Modus.
Eine der interessantesten Anwendungen war für mich ein DOS-Sequenzer, mit dem man über externe MIDI-Klangerzeuger Musik machen konnte. Zu dieser Zeit erschien auch eine der berühmtesten Soundkarten für den PC: die SoundBlaster AWE-32, die mit integrierter Sample-RAM Unterstützung und Soundeffekten aufwartete. Der Sampler war aber nur unter Windows verfügbar, weshalb ich dann gezwungen war, auf Windows-Software umzusteigen. Letztendlich war dies damals aber eine Kreativitäts-Bremse, denn die Windows Anwendungen waren alles andere als ausgereift und performant.
Erst mit Windows 95 bzw. 98 wurde es dann interessant, mit dem Windows-PC Musik zu machen. Mittlerweile waren dan auch die 486er System weit verbreitet, und Ende der 90er erschien dann auch die erste Pentium CPU.
Die Computer-Welt war dann lange Zeit von ‘grauen Kisten’ bestimmt. Was aber heute mittlerweile zum Glück anders ist: PCs sind individuelle, schön anzusehende, universelle Multimedia-Geräte geworden. Und im Gegensatz zu den damaligen Home-Computern kann man auch richtig produktiv damit arbeiten.
Dennoch möchte ich die Home-Computer Zeit nicht missen. Denn man hatte dadurch von Anfang an die Entwicklung mitbekommen. Und es ist wirklich unglaublich, was sich in 20 Jahren getan hat.
Mein heutiger PC (nicht mein einziger, aber der schnellste *g*)
Gehäuse: ChiefTek
Mainboard: ASUS Rampage Extreme
CPU: Intel Q6700 @ 3.4 GHz
RAM: 4 GB DDR3-1333
HDD: 2 x 500 GB SATAII
Bildschirm: ViewSonic VX2835wm (27.5″, 1920×1200)
Jaja, die Zeiten haben sich leicht geändert


Oh welch netter Ausflug in die PC-Steinzeit. Als wir noch mit Datasette arbeiteten, den Azimut vom Lesekopf ständig neu einstellten. Hattest du da nicht sogar mal einen Kassettenrekorder als Datasette eingesetzt? Sehe ich da nicht einen Minni-Schraubenzieher drin stecken?
Du warst der Erste in unserer PC-Clique, der mit Microsoft in Berührung kam, dein MSX hatte glaube ich MS-Basic, kann das sein? Oder war es GW-Basic?
Ein Schneider 8086 war es glaube ich im Informatikraum. Und u.a. mit LOGO als Programmiersprache bestückt. Hab mich nie so richtig mit LOGO verstrickt, aber den Raketencursor konnte ich gerade mal drehen lassen
Ich glaub, die heutigen PC´s “nützen” wir gerade mal zu 1%. Denk nur mal an die Einzeilerprogramme. Wo wir leerzeichen weg gelassen haben und Routinen verkürzt, nur damit das Teil noch schneller arbeitet. Wenn wir das heute mit den jetzigen PC´s machen würden - Geschwindigkeitsfaktor < 10 wäre vielleicht schon machbar...
Nostalgische Grüße
Chriss
Kommentar by Chriss — Sonntag, 1. März 2009 @ 12:38
Ja genau, ein normaler Kassettenrekorder diente beim MSX als Datenspeicher-Gerät und das BASIC war von Microsoft, wie auch beim Laser 210. GW-BASIC gab es glaub ich als Zusatz für die ersten IBM-PCs. Auch dieses BASIC war von Microsoft.
Jaja, die Programmiersprache ‘LOGO’. Das einzige woran ich mich noch erinnern kann ist eben auch, dass es Befehle gab um den Cursor zu positionieren...
‘Einzeiler’ kannst Du doch heute noch schreiben. Aber der Performance-Gewinn wiegt glaub ich den Übersichtlichkeits-Verlust nicht ganz auf
Kommentar by NetAndif — Montag, 2. März 2009 @ 18:23