Ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird, bzw. zu dem viele Meinungen exisitieren und worüber nach wie vor große Verwirrung herrscht: wie behandelt man Akkus in Notebooks, Handys, Modellbau usw.
Es gibt dazu diverse korrekte Abhandlungen und ja, man kann es erfragen bzw. nachlesen.
Ich möchte hier mal ein paar Fakten zusammenfassen, um das Ganze endgültig für mich und vielleicht auch für den ein oder andern interessierten Besucher schwarz auf Weiß darzulegen.
Memory-Effekt
Bei Nickel-Cadmium basierten Akkus tritt der Effekt auf, dass bei häufigem Ladevorgang, obwohl der Akku vorher nur teilentladen war, sich der Akku im Laufe der Zeit den Ladezyklus ‘merkt'’ und dann nur noch eine geringe, dem Lade-Unterschied entsprechende Kapazität aufweist. Sprich, die Laufzeit verkürzt sich drastisch.
Diesen Effekt konnte man nachher nur noch durch ein intelligentes Ladegerät beseitigen, das in der Lage ist, dem Akku wieder eine besser Laufzeit ‘anzutrainieren’. Da viele Menschen kein solches Ladegerät besassen, war der Akku damit quasi unbrauchbar.
Dazu muss man sagen, dass mittlerweile kaum noch NiCd-Akkus im Einsatz sind, sondern hauptsächlich Nickel-MetallHydrid basierte Akkus (NiMh), oder auch Litium-Polimer (LiPo), welche diesen Nachteil (fast) nicht mehr besitzen.
Es gibt aber heute immer noch ein anderes Problem mit den Akkus:
Ein Akku ‘hält’ aufgrund physikalischer Eigenschaften nur eine gewisse Anzahl an Ladevorgängen aus’, danach verliert er an Kapazität.
Normalerweise wird ein Akku zunächst komplett geladen, und danach mit einer gewissen Geschwindigkeit wieder (fast!) komplett entladen.
Als Beispiel dafür könnte man RC-Autos, Akku-Rasierer usw. hernehmen. Elektro RC-Modelle steuert man in der Regel nicht bis der Akku komplett leer ist. Wenn die Leistung sehr schwach wird, nimmt man den Akku raus und ersetzt ihn gegen den frisch geladenen Zweit-Akku. Der erste kommt danach meistens gleich wieder ans Ladegerät. Den Rasierer benutzt man auch nicht, bis praktisch gar nichts mehr geht. Weil es keinen Sinn macht. Als werden dieses Akkus nie komplett entladen. Was gut ist.
Bei Notebooks ist es aber oftmals so, dass das Gerät praktisch immer am Netz hängt, und der Akku so scheinbar niemals entladen wird. Manch einer möchte jetzt meinen, dass dies den Akku praktisch nicht belastet. Da wären wir wieder bei den intelligenten Ladegeräten. Einen RC-Akku z.B. kann man an einem vernünftigen Ladegerät durchaus mal einige Stunden über der Ladedauer hängen lassen. Das Ladegerät schaltet dann auf einen Erhaltungsstrom um, und der Akku wird ständig mit einem geringen Strom weitergeladen. Dennoch wird empfohlen, den Akku bei längerem Nicht-Gebrauch bei halber Ladung vom Ladegerät wegzunehmen, und kühl zu lagern. Das gilt auch heute bei NiMh Akkus sowie LiPos n noch.
Desweiteren soll man den Akku ca. 5 Min. nach der Voll-Ladung bereits wieder benutzen, sprich: entladen.
Bei einem Notebook, dass 24/7 am Netzteil hängt, und dessen Intelligenz bez. der Ladelektronik gering ist, ist der Akku ständig kleinen Ladezyklen ausgesetzt.
Das Resultat ist, dass der Akku früher als erwartet seine maximale Anzahl an Ladevorgängen erreicht, und demzufolge anfängt, an Kapazität zu verlieren.
Ein Bericht, der zugegebenermassen nicht mehr ganz aktuell ist, aber vom Prinzip her durchaus noch gültig sein dürfte, zitiert einige Herstelle von Notebooks zu dem Thema.
Fakt ist: die meisten (vor allem die billigeren) Notebooks besitzen keine sonderlich intelligente Lade-Elektronik, die den ständigen ‘Mini-Ladezyklen’ entgegenwirken würde.
Einzig Lenovo wird zitiert, dass sie in ihren Notebooks eine entsprechende Logik integrieren. Für diese Notebooks gibt es sogar eine detailierte Akku-Kontrollsoftware. So ein Feature kenne ich persönlich auch noch von einem etwas teureren FSC-Notebook, welches im BIOS eine Akku-Überwachung sowie ein Akku ‘Fitness-Tool’ bot.
Tiefentladung
Dieses Problem ist unabhängig vom Akku-Typ zu sehen. Wird ein Akku über einen längeren Zeitraum nicht geladen und verliert quasi komplett seine Ladung. Aufgrund chemischer Vorgänge können die Akku-Zellen dabei irreversibel beschädigt werden.
Die Empfehlung lautet, dass ein Akku nicht mehr als 80% entladen werden sollte.
Fazit
Um zuviele Mini-Ladezyklen zu vermeiden einfach mal den Akku rausnehmen wenn man ihn länger nicht braucht. Und obwohl es den Memory-Effekt bei heutigen Akkus nicht mehr gibt: trotzdem auch mal hin und wieder auf Akku arbeiten. Denn es spielt eine Rolle über welchen Zeitraum ein Akku, und wie stark er entladen wird.
Sicher, es gibt technische Möglichkeiten einen Akku auch bei ständiger Netzverbindung ‘fit’ zu halten.
Aber leider werden diese eben in den wenigsten Notebooks verbaut.
Deshalb geben die Hersteller auch, unabhängig vom Gerät selbst, in der Regel nur den halben Garantiezeitraum auf den Akku (6-12 Monate, je nach Hersteller)
Quellen:
Akkus: kurzlebig ab Werk
Memory-Effekt
Tiefentladung