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Freitag, 24. April 2009

Akkus - Mythologie und Wahrheit

Kategorie: Blog, Hardware – netandif – 16:59 | 205 mal aufgerufen

Ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird, bzw. zu dem viele Meinungen exisitieren und worüber nach wie vor große Verwirrung herrscht: wie behandelt man Akkus in Notebooks, Handys, Modellbau usw.

Es gibt dazu diverse korrekte Abhandlungen und ja, man kann es erfragen bzw. nachlesen.
Ich möchte hier mal ein paar Fakten zusammenfassen, um das Ganze endgültig für mich und vielleicht auch für den ein oder andern interessierten Besucher schwarz auf Weiß darzulegen.

Memory-Effekt

Bei Nickel-Cadmium basierten Akkus tritt der Effekt auf, dass bei häufigem Ladevorgang, obwohl der Akku vorher nur teilentladen war, sich der Akku im Laufe der Zeit den Ladezyklus ‘merkt'’ und dann nur noch eine geringe, dem Lade-Unterschied entsprechende Kapazität aufweist. Sprich, die Laufzeit verkürzt sich drastisch.
Diesen Effekt konnte man nachher nur noch durch ein intelligentes Ladegerät beseitigen, das in der Lage ist, dem Akku wieder eine besser Laufzeit ‘anzutrainieren’. Da viele Menschen kein solches Ladegerät besassen, war der Akku damit quasi unbrauchbar.
Dazu muss man sagen, dass mittlerweile kaum noch NiCd-Akkus im Einsatz sind, sondern hauptsächlich Nickel-MetallHydrid basierte Akkus (NiMh), oder auch Litium-Polimer (LiPo), welche diesen Nachteil (fast) nicht mehr besitzen.

Es gibt aber heute immer noch ein anderes Problem mit den Akkus:

Ein Akku ‘hält’ aufgrund physikalischer Eigenschaften nur eine gewisse Anzahl an Ladevorgängen aus’, danach verliert er an Kapazität.
Normalerweise wird ein Akku zunächst komplett geladen, und danach mit einer gewissen Geschwindigkeit wieder (fast!) komplett entladen.
Als Beispiel dafür könnte man RC-Autos, Akku-Rasierer usw. hernehmen. Elektro RC-Modelle steuert man in der Regel nicht bis der Akku komplett leer ist. Wenn die Leistung sehr schwach wird, nimmt man den Akku raus und ersetzt ihn gegen den frisch geladenen Zweit-Akku. Der erste kommt danach meistens gleich wieder ans Ladegerät. Den Rasierer benutzt man auch nicht, bis praktisch gar nichts mehr geht. Weil es keinen Sinn macht. Als werden dieses Akkus nie komplett entladen. Was gut ist.
Bei Notebooks ist es aber oftmals so, dass das Gerät praktisch immer am Netz hängt, und der Akku so scheinbar niemals entladen wird. Manch einer möchte jetzt meinen, dass dies den Akku praktisch nicht belastet. Da wären wir wieder bei den intelligenten Ladegeräten. Einen RC-Akku z.B. kann man an einem vernünftigen Ladegerät durchaus mal einige Stunden über der Ladedauer hängen lassen. Das Ladegerät schaltet dann auf einen Erhaltungsstrom um, und der Akku wird ständig mit einem geringen Strom weitergeladen. Dennoch wird empfohlen, den Akku bei längerem Nicht-Gebrauch bei halber Ladung vom Ladegerät wegzunehmen, und kühl zu lagern. Das gilt auch heute bei NiMh Akkus sowie LiPos n noch.
Desweiteren soll man  den Akku ca. 5 Min. nach der Voll-Ladung bereits wieder benutzen, sprich: entladen.

Bei einem Notebook, dass 24/7 am Netzteil hängt, und dessen Intelligenz bez. der Ladelektronik gering ist, ist der Akku ständig kleinen Ladezyklen ausgesetzt.
Das Resultat ist, dass der Akku früher als erwartet seine maximale Anzahl an Ladevorgängen erreicht, und demzufolge anfängt, an Kapazität zu verlieren.
Ein Bericht, der zugegebenermassen nicht mehr ganz aktuell ist, aber vom Prinzip her durchaus noch gültig sein dürfte, zitiert einige Herstelle von Notebooks zu dem Thema.
Fakt ist: die meisten (vor allem die billigeren) Notebooks besitzen keine sonderlich intelligente Lade-Elektronik, die den ständigen ‘Mini-Ladezyklen’ entgegenwirken würde.
Einzig Lenovo wird zitiert, dass sie in ihren Notebooks eine entsprechende Logik integrieren. Für diese Notebooks gibt es sogar eine detailierte Akku-Kontrollsoftware. So ein Feature kenne ich persönlich auch noch von einem etwas teureren FSC-Notebook, welches im BIOS eine Akku-Überwachung sowie ein Akku ‘Fitness-Tool’ bot.

Tiefentladung

Dieses Problem ist unabhängig vom Akku-Typ zu sehen. Wird ein Akku über einen längeren Zeitraum nicht geladen und verliert quasi komplett seine Ladung. Aufgrund chemischer Vorgänge können die Akku-Zellen dabei irreversibel beschädigt werden.
Die Empfehlung lautet, dass ein Akku nicht mehr als 80% entladen werden sollte.

Fazit

Um zuviele Mini-Ladezyklen zu vermeiden einfach mal den Akku rausnehmen wenn man ihn länger nicht braucht. Und obwohl es den Memory-Effekt bei heutigen Akkus nicht mehr gibt: trotzdem auch mal hin und wieder auf Akku arbeiten. Denn es spielt eine Rolle über welchen Zeitraum ein Akku, und wie stark er entladen wird.
Sicher, es gibt technische Möglichkeiten einen Akku auch bei ständiger Netzverbindung ‘fit’ zu halten.
Aber leider werden diese eben in den wenigsten Notebooks verbaut.
Deshalb geben die Hersteller auch, unabhängig vom Gerät selbst, in der Regel nur den halben Garantiezeitraum auf den Akku (6-12 Monate, je nach Hersteller)

Quellen:
Akkus: kurzlebig ab Werk
Memory-Effekt
Tiefentladung

Sonntag, 19. April 2009

KFZ-Händler - die Viehtreiber der Neuzeit

Kategorie: Blog – netandif – 07:11 | 226 mal aufgerufen

Es ist mir wieder einmal passiert - der nette KFZ-Schrauber um die Ecke hat mir diesmal die Augen geöffnet.
Man muss sich das mal vorstellen: vor einem halben Jahr habe ich einen Nissam Almera (mit einigen Extras) bei einem Händler für 3800 € gekauft, in der festen Überzeugung, dass der nette, ehrlich wirkende Händler mich nicht übers Ohr haut.
Seit dem war das Auto 4 Mal auf der Hebebühne. 3 Mal davon bei dem Händler selber. Nach nur wenigen Wochen kam das rechte hintere Radlager, vorne war ein Servo-Schlauch kaputt und ein Reifen verlor Luft. Des Weiteren war das Ersatzrad kaputt.
Das vierte Mal kam der Wagen beim ATU auf die Bühne, weil der Auspuff am Endtopf einen Riss hatte (er war zuvor unfachmännisch geschweißt worden). Dort stellte man dann auch noch fest, dass die Stoßdämpfer am Ende sind.

Ich gebe offen zu, dass ich keine Ahnung von Autos habe, bzw. mich eigentlich nicht mit dem Thema beschäftigen will. Meine Leidenschaft sind eher Motorräder.
Das habe ich dem Händler auch von Anfang an gesagt. Er war dann auch relativ kulant und ist mir ein bisschen entgegen gekommen bei den Reparaturen. Radlager und Auspuff sind aber Verschleißteile und nicht von der Gebrauchtwagengarantie gedeckt, wie er mir sagte.

Nun, kürzlich hatte ich meine Sommerreifen montiert, und dabei die Handbremse recht ordentlich angezogen gehabt. Seitdem schleift das rechte Hinterrad. Deshalb bin ich mal eben beim Schraube um die Ecke vorbeigefahren um das anschauen zu lassen.
Was dieser mir dann sagte bzw. zeigte war ziemlich ernüchternd. Das Auto hat ‘Krebs’, wie er es ausdrückte. Rostfraß an tragenden Teilen und an der Unterseite der hinteren Kotflügel. Er meinte, normalerweise bockt er das Auto am Rahmen auf, aber in diesem Fall hatte er echt Bedenken wegen einer Stelle die quasi völlig kaputt sei. Weitere Roststellen kamen noch zum Vorschein, wo er meint dass diese einfach mit einem Schraubenzieher durchstochert werden könnten, wenn man es drauf anlegen würde.
Naja, das war schon mal ziemlich ernüchternd. ‘Äusserlich ist er ja ziemlich gepflegt, aber unten schauts ganz schlecht aus’, ‘schon mal an die Abwrackprämie dedacht’ und ‘noch den TÜV fertig fahren und dann weg’ waren seine Worte.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich von den verrosteten Stellen jetzt selbst überzeugen konnte. Was mich aber doch sehr wundert: wieso wurde es beim Händler und beim ATU nicht gesehen?

Doch das war noch nicht alles. Die Ursache für das Schleifen des rechten Hinterrades sind völlig zusammengerostete Bremssscheiben und festssitzende Bremssättel bzw. Kolben.
Auch wenn er das Ganze später noch einmal versuchte, etwas zu verharmlosen, als er mitbekam dass ich eigentlich vorhatte das Auto noch ein paar Jahre zu fahren, war mir selbst nun doch auch klar, dass ich mit dieser ‘Karre’ wieder einmal reingefallen war.

Was ich jetzt mache ist, die Bremsen reparieren zu lassen und im Sommer zu schauen ob man die vom ‘Krebs’ befallenen Teile noch heilen kann, und die Karre nochmal durch den TÜV geht.
Wenn nicht, habe ich echt die Arschkarte gezogen.

Wie auch immer, eins ist mir nun endgültig klar: ich kaufe nie wieder ein Auto bei einem Gebrauchtwagenhändler.

PS: den Namen des Händlers habe ich hier natürlich nicht genannt. Aber auf Anfrage bin ich dazu gerne bereit...

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