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Sonntag, 19. April 2009

KFZ-Händler - die Viehtreiber der Neuzeit

Category: Blog – netandif – 07:11 | 309 mal aufgerufen

Es ist mir wieder einmal passiert - der nette KFZ-Schrauber um die Ecke hat mir diesmal die Augen geöffnet.
Man muss sich das mal vorstellen: vor einem halben Jahr habe ich einen Nissam Almera (mit einigen Extras) bei einem Händler für 3800 € gekauft, in der festen Überzeugung, dass der nette, ehrlich wirkende Händler mich nicht übers Ohr haut.
Seit dem war das Auto 4 Mal auf der Hebebühne. 3 Mal davon bei dem Händler selber. Nach nur wenigen Wochen kam das rechte hintere Radlager, vorne war ein Servo-Schlauch kaputt und ein Reifen verlor Luft. Des Weiteren war das Ersatzrad kaputt.
Das vierte Mal kam der Wagen beim ATU auf die Bühne, weil der Auspuff am Endtopf einen Riss hatte (er war zuvor unfachmännisch geschweißt worden). Dort stellte man dann auch noch fest, dass die Stoßdämpfer am Ende sind.

Ich gebe offen zu, dass ich keine Ahnung von Autos habe, bzw. mich eigentlich nicht mit dem Thema beschäftigen will. Meine Leidenschaft sind eher Motorräder.
Das habe ich dem Händler auch von Anfang an gesagt. Er war dann auch relativ kulant und ist mir ein bisschen entgegen gekommen bei den Reparaturen. Radlager und Auspuff sind aber Verschleißteile und nicht von der Gebrauchtwagengarantie gedeckt, wie er mir sagte.

Nun, kürzlich hatte ich meine Sommerreifen montiert, und dabei die Handbremse recht ordentlich angezogen gehabt. Seitdem schleift das rechte Hinterrad. Deshalb bin ich mal eben beim Schraube um die Ecke vorbeigefahren um das anschauen zu lassen.
Was dieser mir dann sagte bzw. zeigte war ziemlich ernüchternd. Das Auto hat ‘Krebs’, wie er es ausdrückte. Rostfraß an tragenden Teilen und an der Unterseite der hinteren Kotflügel. Er meinte, normalerweise bockt er das Auto am Rahmen auf, aber in diesem Fall hatte er echt Bedenken wegen einer Stelle die quasi völlig kaputt sei. Weitere Roststellen kamen noch zum Vorschein, wo er meint dass diese einfach mit einem Schraubenzieher durchstochert werden könnten, wenn man es drauf anlegen würde.
Naja, das war schon mal ziemlich ernüchternd. ‘Äusserlich ist er ja ziemlich gepflegt, aber unten schauts ganz schlecht aus’, ‘schon mal an die Abwrackprämie dedacht’ und ‘noch den TÜV fertig fahren und dann weg’ waren seine Worte.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich von den verrosteten Stellen jetzt selbst überzeugen konnte. Was mich aber doch sehr wundert: wieso wurde es beim Händler und beim ATU nicht gesehen?

Doch das war noch nicht alles. Die Ursache für das Schleifen des rechten Hinterrades sind völlig zusammengerostete Bremssscheiben und festssitzende Bremssättel bzw. Kolben.
Auch wenn er das Ganze später noch einmal versuchte, etwas zu verharmlosen, als er mitbekam dass ich eigentlich vorhatte das Auto noch ein paar Jahre zu fahren, war mir selbst nun doch auch klar, dass ich mit dieser ‘Karre’ wieder einmal reingefallen war.

Was ich jetzt mache ist, die Bremsen reparieren zu lassen und im Sommer zu schauen ob man die vom ‘Krebs’ befallenen Teile noch heilen kann, und die Karre nochmal durch den TÜV geht.
Wenn nicht, habe ich echt die Arschkarte gezogen.

Wie auch immer, eins ist mir nun endgültig klar: ich kaufe nie wieder ein Auto bei einem Gebrauchtwagenhändler.

PS: den Namen des Händlers habe ich hier natürlich nicht genannt. Aber auf Anfrage bin ich dazu gerne bereit...

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